Spezialerwähnung des Jahres:

Julia Stone – By The Horns

Einfach, langsam und einfach schön. Überraschend? Nein, eigentlich nicht. Ziemlich gutes Album, hat es aber knapp nicht in meine Top 10 geschafft. Aber wer hat? Bald …
Beispielsong: I’m here, I’m not here

Los geht’s, gern kommentieren:

10. Cannibal Corpse – Torture

In einer sich ständig verändernden Welt kann man sich auf eines verlassen – gute Alben von Cannibal Corpse. Und auch heuer liefern sie wieder ein Musterbeispiel ihrer typisch aggressiven, humorlosen und brutalen Herangehensweise an Death Metal.
Beispielsong: Demented Aggression

9. Ne Obliviscaris – Portal Of I

Sie einfach nur als die Opeth des Black Metal zu bezeichnen, mag zwar verlockend sein, ist aber trotzdem nicht ganz richtig. Ich (und angesichts der weltweiten Reaktionen bin ich da nicht alleine) habe noch nie so etwas wie das brillante Debüt dieser australischen Neulinge gehört. Progressive Songstrukturen und Musik auf einem Black-Metal-Fundament mit sowohl schnellem Shredding als auch langen akustischen Passagen, Schrei- und Klargesang und als wäre das nicht genug: eine Violine als das melodietragende Instrument. Großartig.
Beispielsong: And Plague Flowers The Kaleidoscope

8. Cryptopsy – Cryptopsy

Der Peyton Manning des Death Metal kehrt nach einem verlorenen Album zurück und kommt sofort in die Top 10/Playoffs), wohl hauptsächlich aufgrund des Kurzzeit-Comebacks von Jon Levasseur. Leider haben sie es nicht in die Super Bowl geschafft (und ich hoffe die Analogie endet hier), aber mit dem Ersatz von Jon durch Youri Raymond mache ich mir darüber keine Sorgen. Lasst ihn einfach auch die Vocals machen, schmeißt den jetzigen Sänger raus und alles ist wieder möglich.
Beispielsong: Red-Skinned Scapegoat

7. Antimatter – Fear Of A Unique Identity

Zu schnell? Okay, ich habe etwas für euch. Nimm von Musik alles weg. Reduziere sie auf die Kernkomponenten eines Mannes, seiner Stimme und erstickender Schönheit. Dunkel, hoffnungslos und wieder mit mehr elektronischen Trip-Hop-Einflüssen als der Vorgänger. Verantwortungsvoll genießen.
Beispielsong: Fear Of A Unique Identity

6. Lunar Aurora – Hoagascht

Black Metal funktioniert auf Norwegisch, muss er ja. Er funktioniert ganz offensichtlich auf Englisch und auch wunderbar auf Deutsch. Aber funktioniert er im vertrauten bayerischen Dialekt? Hört es euch an, und sagt es mir.
Beispielsong: Sterna

5. Enslaved – Riitiir

Ein neues Enslaved-Album, na gut, das einzig Bekannte ist, dass es etwas Arbeit erfordern wird. Schwer zu durchschauen, schwer zu beschreiben. Progressiver Black Metal mit Spuren und Ideen aus allen möglichen Einflüssen. Die klaren Vocals sind hier dominanter als je, und das ist keineswegs eine schlechte Sache. Komplex und herausfordernd, aber irgendwann faszinierend und belohnend.
Beispielsong: Roots Of The Mountain

4. Ahab – The Giant

Immer noch zu schnell? Gut, ich verspreche, dass euch das zu langsam ist. Die deutschen Meister des Funeral Doom kehren mit ihrem dritten Album zurück und liefern ein weiteres Stück alles zermalmende Dunkelheit, während sie sich weiterhin leicht verändern, um das Dargebotene interessant zu halten. Niemand hat und wird Ebbe und Flut je besser in Musik verwandeln. Zerstörerisch, schwer, unerbittlich und doch so wunderschön.
Beispielsong: Antarctica The Polymorphess

3. Katatonia – Dead End Kings

Wir werden ein bisschen schneller, aber ironischerweise mit einer Band, die den Metal seit Jahren verlassen hat. Ihr letztes Album „Night Is The New Day“ ist ein Meisterwerk, das vielleicht unerreichbar bleibt, aber sie haben es beinahe geschafft, Schritt zu halten. Berührende Melodien, distanziert schwebender Gesang und diese herzzerreißende Melancholie, zu der vielleicht nur Katatonia fähig ist.
Beispielsong: Ambitions

2. Nile – At The Gate Of Sethu

Für eine Band, die schon ganz oben ist, stellt sich irgendwann die Frage, wohin es noch weiter gehen soll. Nile haben sich dafür entschieden, an der Spitze zu bleiben, indem sie einen weiteren – ungewöhnlichen – Growlstil hinzufügten und die Songstrukturen für ein kompakteres Album kürzten und etwas vereinfachten. Alles andere ist selbstverständlich weit davon entfernt, vereinfacht zu sein, und die kristallklare Produktion lässt einen alles hören, was gespielt wird. Und das ist viel. Und schnell. Sehr. Schnell.
Beispielsong: The Gods Who Light Up The Sky At The Gate Of Sethu

1. Cattle Decapitation – Monolith Of Inhumanity

Einer der besten Beiträge von Vegetariern zur Gesellschaft? Grindcore! Okay, Grindcore trifft auf die Band gar nicht mehr zu, denn das ist ein dreckiger Bastard von Death Metal, mit manchmal mehr Grind, manchmal mehr Technik, aber immer zum Anschlag wütend und aggressiv. Und wenn Travis Ryan seinen Mund öffnet, bricht die Hölle heraus. Unglaublich, wie dieser Typ seine Growls und Schreie und Krächzer und natürlich seine großartigen klaren (!) Vocals rauskotzt. Oh, und hab ich schon erwähnt, dass das zum Fürchten wütend ist? Würdiger Gewinner!
Beispielsong: Your Disposal

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